Südafrika und Swaziland Juni 2007 (09.06.-01.07)

Reise von Kapstadt bis Johannesburg mit dem Mietwagen (4168 km)

Giraffe Anbei Eindrücke von unserer Südafrikareise und einige Bilder. Sehr gut haben uns die schönen Lodges, das gute Essen und der gute Wein gefallen. Faszinierend waren natürlich die verschiedenen Nationalparks, in denen man die vielfältige Tierwelt Afrikas in weitflächiger freier Wildbahn erlebt. Was uns nicht so gut gefallen hat, ist dass man bei dieser Art von Urlaub sehr, sehr viel Zeit im Auto verbringt und kaum Gelegenheit hat, sich ausgiebig zu bewegen, da das meist zu gefährlich ist. Außerhalb der Parks wegen der Gewalt, innerhalb der Parks wiederum wegen der Tiere. Die Diskrepanz zwischen Armen und Reichen und der dadurch provozierten Gewaltbereitschaft ist schon sehr erschreckend, was wir als Touristen nur am Rande mitbekommen haben. Im Gegensatz zum sicheren Australienurlaub lag somit immer ein leichter Schatten über dem Urlaub. Dennoch ist Südafrika auf jeden Fall eine Reise wert und wir nehmen viele schöne Erinnerungen mit.
Auf unserer Reise hat uns zum wiederholten Male das ADAC-Tourset den besten Dienst erwiesen.
Station 1: Kapstadt und Weingebiet(Tag 1-4) | Station 2: Montagu (Tag 4-5) | Station 3: Oudtshoorn (Tag 5-6) | Station 4: Knysna (Tag 6-8) | Station 5: Addo Elephant Park (Tag 8-10) | Station 6: Durban (Tag 10-11) | Station 7: Hluhluwe-Umfolozi Nationalpark Tag (11-13) | Station 8: Swaziland (Tag 13-14) | Station 9: Krüger Nationalpark (Tag 14-19) | Station 10: Blyde River Canyon (Tag 19-21) | Station 11: Johannesburg (Tag 21)

Station 1: Kapstadt und Weingebiete (Tag 1-4)

Von Dieben, gutem Essen und Wein

Sonntag, 10.06.2007 – 15 km

Huijs Harlem Nach dem langen Flug von München (Sonne, über 30 Grad) über Frankfurt nach Kapstadt nehmen wir frühmorgens unseren Toyota Coralla bei Europcar in Empfang. An eine Fahrzeugkontrolle ist nicht zu denken - es ist stockfinster, kalt und regnet in Strömen. Kurz nach 6 Uhr morgens kommen wir todmüde in unserem B&B Huijs Harlem in Seapoint an, einer guten Villengegend am Hang des Signal Hills, nur 1 km von der Waterfront entfernt. Als wir klingeln, öffnet uns ein Nachtwächter, der nicht weiß, was er mit uns anfangen soll und uns im Vorraum des Gästezimmers absetzt. Als wir später von den Hausherren entdeckt werden, bekommen wir ein leckeres Frühstück und am Tag sieht schon alles besser aus. Allerdings regnet es immer noch in Strömen und wir sind traurig, dass wir den schönen Pool mit Blick auf das Meer wohl nicht nutzen können werden.

Vormittags gehen wir zu Fuß zur Waterfront und werden von mehreren Regenschauern gewässert. Wir kaufen uns ein Ticket für den noch relativ neuen Hop-on-hop-off-bus und machen eine Stadtrundfahrt. Trotz des Regens setzen wir uns nach oben. Die Fahrt führt durch die leere Innenstadt, am Sonntag ist nichts los und auch die Museen haben alle geschlossen. Wir machen Halt an der Seilbahnstation des Tafelberges, aber wir sehen ihn nicht, er ist komplett in Nebel gehüllt. Wir haben keine große Hoffnung, ihn die nächsten Tage zu Gesicht zu bekommen, da der Wetterbericht für unseren gesamten Kapstadtaufenthalt Regen angesagt hat.

Nach unserer Busfahrt laufen wir durch den abgezäunten Bereich der Waterfront, schauen afrikanischen Tanzgruppen zu und bummeln durch die Geschäfte. Abends gehen wir auf Empfehlung von unserer Unterkunft ins Quay 4 zum Fischessen. Es sind nur 2 Pärchen Gäste da und eir werden toll bedient und bekommen sehr leckeres Essen. Natürlich essen wir fangfrischen Fisch und trinken eine gute Flasche südafrikanischen Weins (Kosten 430 Rand). Mit dem Taxi fahren wir nach Hause. Von einem Fußmarsch ist bei Nacht wird auch für nur einem Kilometer abgeraten.

Kapstadt Quay Four - Kapstadt Waterfront Am Fuße des Tafelbergs im Nebel
Montag, 11.06.2007 – 152 km

Nach unserer Freude über die warme Fußbodenheizung im Bad werden wir mit einer Überraschung zum Frühstück beglückt – unser Auto wurde morgens um kurz vor 7 Uhr auf der Straße direkt vor der Unterkunft aufgebrochen und das Autoradio gestohlen. Von unseren Sachen war Gott sei Dank nichts drin. So machen wir uns nach dem Frühstück mit einer Autoscheibe weniger auf den Weg zur Polizei, wo ein Beamter, der gerade mal etwas lesen und schreiben kann, sieben verschiedene Formulare, die alle die gleichen Daten enthalten, befüllt. Der anschließende Mietwagentausch bei der Stadtfilliale von Europcar läuft völlig problemlos.

So machen wir uns mit unserem neuen Corolla auf zur Kaprunde – Chapman’s Peak, Cape of Good Hope, wandern zum Leuchtturm und besuchen natürlich die Kap-Pinguine. Wir haben eine gute Uhrzeit erwischt. Die lustigen Pinguine kommen gerade in Schwärmen durchs Meer zurück zur Kolonie. Es gibt viele kleine Familien und alle machen viel Lärm und watscheln lustig durch die Gegend.

Capepoint Kap-Pinguine
Abends essen wir im Top of the Ritz. Das Restaurant ist auf einem häßlichen Hochhaus und dreht sich. Man hat einen herrlichen Blick auf die Lichter von Kapstadt. Bei musischer Begleitung am Flügel essen wir ein komplettes Menü (Vorspeise, Kudu, Strauß, Prawns, fangfrischen Fisch, Nachtisch) und zahlen dafür insgesamt nur 380 Rand.

Dienstag, 12.06.2007 – 263 km

Es regnet nicht mehr! Der SMS-Service sagt uns, dass der Tafelberg frei ist. So machen wir uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg dorthin. Es sind nur wenige harmlose Wölkchen am Himmel. Mit dem CableCar fahren wir hoch und werden oben von eisiger Kälte empfangen. Zusätzlich zu unseren Kleidungsschichten ziehen wir unsere Wollmützen an. Wir wandern einige Zeit auf dem Plateau und genießen die Aussicht. Die Wolkensituation ändert sich jedoch von einer Minute zur anderen.

Kapstadt - Blick vom Fuße der Tafelbergstation hspace=Kapstadt - mit dem Cablecar auf den den Tafelberg
Mittags machen wir uns auf den Weg in die Weingebiete. Zunächst fahren wir nach Sommerset-West zum schönen Weingut Vergelegen. Wir spazieren bei Sonnenschein über das Gut und essen Strauß und Linefish im Nobelrestaurant. Das einfache Café, in das wir gehen wollten, hatte leider aufgrund der Jahreszeit geschlossen. Nach einer kleinen Weinprobe (uns schmeckte keiner) kommen wir über den Sir Lowels Pass und den Franchhoek-Pass nach Franchhoek und weiter nach Boschendal. Über Stellenbosch fahren wir zurück nach Kapstadt. Im Sommer kann man auf den Weingütern herrliche Picknicks im Garten machen, aber im Winter werden diese nicht angeboten.

Zurück in Kapstadt haben wir eine freie Sicht auf den Tafelberg und den Sonnenuntergang. Wir essen an der Waterfront bei Spur zu Abend.

Waterfont mit Blick auf TafelbergKapstadt Waterfront bei Nacht
Mittwoch, 13.06.2007 – 232 km

Sonnenschein und keine einzige Wolke am Himmel! Heute wäre der perfekte Tag für den Tafelberg gewesen. Aber da wir ja gestern schon da waren, packen wir unsere Sachen für die Weiterreise zusammen und fahren in der Botanischen Garten Kirstenbosch. Und hoffen, dass dort gut auf unser Auto mit dem ganzen Gepäck aufgepasst wird. Dort nehmen wir an einer Führung durch den herrlichen Park teil, seilen uns aber nach einiger Zeit ab und erkunden die Gegend auf eigene Faust. Wir dachten uns, im Winter wäre im Park nicht viel zu sehen. Aber besonders die Aloen und Proteen stehen in herrlichster Blüte. Man könnte sich locker den ganzen Tag dort aufhalten, aber wir müssen bis zum Abend in Montagu sein.

Kapstadt - Kirstenbosch GardenKapstadt - Kirstenbosch Garden
Kapstadt - Kirstenbosch Garden

Station 2: Montagu (Tag 4-5)

Tolles Essen und Weinprobe

So machen wir uns frühnachmittags auf den Weg über Paarl, den Troit Klof Pass, Worcester und Robertson nach Montagu, einem beschaulichen kleinen Örtchen an der Weinroute. Unsere Unterkunft, die Mimosa Lodge ist sehr hübsch, und wir fühlen uns gleich wohl. Jetzt sind wir überfordert, denn wir haben eine große Eckbadewanne und in der Nähe sind die Hot Springs. Wir treffen die falsche Entscheidung und fahren zu den Hot Springs, das sich leider als Hotelanlage mit Zugang für Tagesbesucher entpuppt. Die Tagesbesucher dürfen nur ins lauwarme Wasser und auch keine Liegen benutzen. Das kann man sich wirklich sparen!

Du Tootskloof PassMimosa Lodge in Montagu
Dafür haben wir einen herrlichen Abend in unserer Lodge. Wir nehmen an einem Winetasting mit 4-Gänge-Menü teil, das nur einmal im Jahr stattfindet. Der Koch selbst sieht nach dem Rechten und der Weinmacher vom Gut Zandvliet persönlich erklärt seine Weine und fragt nach unserer Meinung. Abends liegen zu unserer Überraschung zwei Wärmflaschen unter der Bettdecke.

Donnerstag, 14.06.2007 – 262 km

Nach einem guten Frühstück wandern wir morgens durch den noch kalten, nebligen Ort. In einem Wineshop versuchen wir den Wein vom Vorabend zu kaufen, aber leider ohne Erfolg. Wir hätten auch noch einmal eine Teil des Weges zurück direkt zum Weingut fahren können, aber wir machen uns weiter auf den Weg.


Station 3: Oudtshoorn (Tag 5-6)

Zu Besuch bei den Straußen und Geparden

Über die Route 62 machen wir uns auf den Weg nach Oudtshoorn. Unbedingt auf dem Weg einen Stop bei Ronnie’s Sexshop einlegen!

Ronnies Sex Shop
In Oudtshoorn fahren wir zur Cango Wildlife Ranch, wo wir an einer Führung teilnehmen. Wir wussten schon, dass man dort für 13 Euro zu den Geparden ins Gehege darf. Wir hatten davon zuvor im Internet gelesen. Wir hatten uns schon sehr darauf gefreut, 20 Minuten mit den Geparden zu verbringen. Aber die Zeiten haben sich geändert, wir dürfen leider nur ca. 5 Minuten rein. Es war dennoch eine tolle Erfahrung! Andrea geht zu den ausgewachsenen Gepardenbrüdern und Robert zu den fünf Gepardenbabies, die auch schon ziemlich groß sind. Wir bekommen für die Spende auch jeweils ein offizielles Foto vom Fotografen, außerdem macht die Betreuerin viele schöne Fotos von uns mit unseren eigenen Kameras.

Andrea mit GepardKrokodilRobert mit Gepard
Abends kommen wir in der Montana Guest Farm an. Da wir die einzigen Gäste sind, haben wir freie Auswahl, nehmen aber die gebuchte Bishop’s Suite. Oudtshoorn ist bekannt für die Straußenzucht und auch auf unserer Farm sind Strauße. So sparen wir uns die Besichtigung einer kommerziellen Straußen-„Showfarm“ und besuchen unsere eigenen Strauße. Uns begleitet der Haushund, ein junger Labrador. Beim Rückweg jagt er wie ein Verrückter die Strauße im Gehege, die mit voller Wucht immer wieder gegen den Zaun laufen. Das sah ziemlich furchtbar aus, und der dumme Hund hat nicht auf uns gehört. Das war wohl auch der Grund, warum der andere Hund vom Nachbarn erschossen wurde.

Montana Guest Farm
Abends kocht Alfredo exklusiv nur für uns ein perfektes 4-Gänge-Menü: die leckerste Tomatensuppe aller Zeiten (sie schmeckt nach Tomaten!), ein Springbock-Carpacchio, Straußensteaks mit Gemüse sowie Eis mit Beeren.

Freitag, 15.06.2007 – 225 km

Nach dem Frühstück machen wir einen Spaziergang zu den Straußen. Einer ist so dumm, dass er für uns seinen Hochzeitstanz aufführt, aber sich dabei so hinhockt, dass er dabei immer wieder seine großen Flügel gegen den Zaun schlägt. Um 11 Uhr fahren wir zu den Cango Caves, den wirklich sehr schönen Tropfsteinhöhlen nördlich von Oudtshoorn. Dort machen wir die normale Tour, in der man vier große Hallen mit herrlichen Tropfsteinformationen sieht. Die Adventuretour, bei der man sich durch sehr enge Durchgänge quetschen muß, sparen wir uns. Erst im Januar ist eine Frau mit ihrem Hinterteil stecken geblieben und hatte 20 Leute für 10 Stunden in der Höhle eingeschlossen.

Cango CavesCango CavesCango Caves

Station 4: Knysna (Tag 6-8)

Strandspaziergang und bestes Essen

Anschließend fahren wir auf den Swartbergpass, kehren am Gipfel aber wieder um, um zurück über George nach Knysna zu fahren. Im Knysna Hollow Estate gehen wir erst einmal in unsere Eckbadewanne. Zum Abendessen fahren wir zur Phantom Forrest Lodge. Man wird am Fuße des Berges von einem Jeep abgeholt und zum Restaurant hochgebracht. Wir haben freie Sicht auf den klaren Himmel mit unzähligen Sternen, und man kann ganz klar die Milchstraße erkennen. Oben im Restaurant werden wir in einen Vorraum ans Kaminfeuer gebracht. Rätselnd sitzen wir vor der Speisekarte und kapieren nicht, wie die Bestellung funktioniert. Kein Preis, manches fett gedruckt, manches nicht. Des Rätsels Lösung: es ist ein 6-Gänge-Menü, bei dem einige Gänge feststehen, bei anderen kann man aus 3 Gerichten wählen. Zum Essen werden wir in einen tollen Raum gebracht. Vor den Fenstern ist ein Lagerfeuer. Im Sommer findet das Dinner in der Booma draußen direkt am Feuer statt. Wir genießen unseren herrlichen Abend mit u.a. Tomatensuppe, Thai-Frühlingsröllchen, Honighuhn, Camembert mit Nüssen, frittiertes Früchtekebap mit Eis, Schokolade. Zurück in unserem Hotelzimmer zünden wir uns dort unser eigenes Kaminfeuer an.

Swartberg Pass

Samstag, 16.06.2007 – 85 km

Beim Frühstück im Speisesaal der Hotels waren wir die einzigen Gäste am Buffet und zig Leute haben uns bedient. Nach der Stärkung machen wir im Ortsteil Brenton-on-Sea einen ausgedehnten Strandspaziergang bei herrlichstem Sonnenschein. Der anschließende Besuch des Garden of Eden entpuppt sich als Reinfall. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einer großen Township-Siedlung vorbei und sind überrascht, wie rasch sich das Bild von Ferienlandschaft zu Slum auch außerhalb der Großstädte ändert. Die Schwarzen laufen alle auf der Schnellstraße herum, und man muss höllisch aufpassen, dass man in „Danger-High-Accident-Area“ niemanden anfährt. Zurück in Knysna besichtigen wir die Knysna-Heads von oben und unten. Abends essen wir an der Waterfront im South 34°, sind aber von der Top-Empfehlung des Reiseführers ziemlich enttäuscht. Abends spielen wir Kniffel am eigenen Kaminfeuer. In unserer Abwesenheit war bereits neues Holz für uns aufgeschichtet worden.

Robert beim StrandspaziergangStrand Brenton-on-Sea
Am Knysna HeadKnysna Heads
Sonntag, 17.06.2007 – 370 km

Nach dem Frühstück packen wir und fahren weiter nach Plettenberg Bay auf den Singal Hill und blicken auf das Meer. Wale können wir leider keine sehen. Auf der R101 fahren wir mit Zischenstopps über den Bloukranzpass, der Alternativroute zur N2, die hier auf der vier große Brücken die Schluchten überspannt. Wir gehen am Nature’s Valley spazieren, stoppen beim Ausblick auf die höchste Bungee-Brücke der Welt und sehen tatsächlich jemanden beim Springen. Ein winziger Punkt, der unter der großen Brück auf und ab schwingt. Nach einer Wanderung zum Big Tree führt uns die Weiterfahrt durch Port Elizabeth und schließlich zu unserem heutigen Ziel, dem Addo Elephant Park.

Blick vom Signal Hill auf die Plettenberg Bay
Blick vom Signal Hill auf die Plettenberg BayBungee Sprung von Bloukranzbrücke

Station 5: Addo Elephant Park (Tag 8-10)

"We won't stop for every Kudu!"

Im Addo Elephant Park nutzen wir die letzen eineinhalb Stunden vor der Gate-Schließung und fahren sofort auf unsere erst Pirschfahrt. Wir sehen sofort eine Elefantenherde mit Kälbern, Kudus, Warzenschweine, Zebras, einen Schakal und Strauße.

KuduSchakalStrauß
Zu Abend essen wir im Camp Restaurant, das gar nicht so schlecht ist, wie im Führer beschrieben. Andrea isst Surf&Turf, einen gegrillten Calamari mit Steak und Robert ein Sirlion Steak. Im Restaurant hängt der gigantische Kopf des größten Elefanten der jahrzehntelang der Leitbulle im Addo war.

Montag, 18.06.2007 – 85 km

Morgens frühstücken wir in unserem eigenen Chalet, das mit Geschirr und Toaster bestens ausgestattet war. Für den schönen Holzbalkon ist es morgens leider zu kühl. Vormittags machen wir uns auf die Pirsch und sehen große, weite Weidenflächen, auf denen Elefanten, Antilopen, Zebras, Warzenschweine und Strauße gemeinsam grasen. Mittags essen wir Burger im Camprestaurant. Auf unserer Nachmittagspirschfahrt kommt steht ein Elefantenbulle direkt am Wegrand und wir weichen respektvoll mit dem Auto zurück, um ihm mindestens 50 Meter Platz zu lassen.

VogelElefantenbulleErdhörnchenKudu
Abends nehmen wir am Nightdrive von 17-20 Uhr teil. Wir ziehen uns warm an, frieren aber dennoch auf dem offenen Jeep. Nachdem wir den Sonneruntergang sehen, ist es um 17.30 Uhr schon stockfinster. Die Fahrt ist sehr interessiert und der Ranger erzählt spannende Dinge, die wir noch nicht wussten. Unter dem Motto „We wont’s stop for every Kudu!“ sehen wir im Schweinwerferlicht Hasen, Springhasen, Elefanten, Schakale, Zebras, Stachelschweine – und natürlich auch die zahlreichen Kudus. Die Addo-Löwen jagen trotz der großen Auswahl an Antilopen gerne Stachelschweine, da sie aus der Kalahariwüste geholt wurden und dort auf die Stachelschweinjagd spezialisiert sind. Viele Tiere sterben an den Stacheln. Allerdings nicht, weil diese giftig sind, das sind sie nämlich nicht, sondern an einer Infektion, wenn die schmutzigen Stacheln im Maul oder in den Tatzen stecken bleiben oder sie verhungern, weil sie nicht mehr fressen und jagen können. Nach der Pirsch essen wir im Restaurant zu Abend.

Dienstag, 19.06.2007 – 75 km Auto + 1000 km Inlandsflug + 15 km Auto

Nach dem Frühstück im Chalet packen wir und gehen zum Wasserloch direkt am Camp und sehen dort Schweinchen, Reiher und Kudus sowie zahlreiche bunte Vögel und nehmen Abschied von Addo.


Station 6: Durban (Tag 10-11)

Surfer's Paradise

Dann machen wir uns auf nach Port Elizabeth, von wo aus wir nach Durban weiterfliegen und unseren neuen Mietwagen in Empfang nehmen – diesmal einen „löwenfarbenen“ Corolla. Wir hoffen, das bringt Glück und sehen bald einen Löwen.

In Durban fahren wir durch die Hauptstraße Weststreet zur Marine Parade, wo sich unser Hotel Bormoral befindet. „Eigentlich“ geht es nur geradeaus, aber der Verkehr ist eine Katastrophe und sehr nervenaufreibend. Man merkt, dass in Durban 1 Mio Inder zuhause sind. Auf unser Frage nach der Sicherheit auf der Straße bekommen wir die Auskunft: „Auf keinen Fall nach rechts gehen, nach links können wir gehen, aber keinen Fotoapparat oder Wertsaschen mitnehmen). Solange es noch hell ist, gehen wir an den Strand und blicken auf die letzen Surfer, die vor dem Dunkelwerden die Wellen abreiten. Bevor es dunkel wird, gehen wir wieder auf die Hotelseite zurück und nur wenige Meter von unserem Hotel entfernt auf der Marine Parade im McRib Restaurant zum Essen. Eigentlich wollten wir in ein tolles Indisches Restaurant, aber das gibt es wohl nicht mehr. Wir essen guten Fisch und Salat und trinken eine Flasche Weißwein. Unser Hotel ist ein Standardhotel und bietet keinen besonderen Afrika-Flair.

Mittwoch, 20.06.2007 – 290 km

Nach dem Frühstück am Buffet mit sehr viel Auswahl machen wir noch einen Strandspaziergang und sehen zahlreiche Surfer beim Wellenreiten.

Durban Balmoral HotelDurman Beach

Station 7: Hluhluwe-Umfolozi Nationalpark Tag (11-13)

Erneut auf Safari

Mit dem Auto machen wir uns auf den Weg zum Hluhluwe-Umfolozi-Nationalpark. Direkt nach dem Gate zum Park sehen wir schon eine große Giraffenherde. In unserer Unterkunft, dem schönen Hilltop Camp sehen wir unseren ersten Büffel direkt vor unserem Zimmerfenster, denn das Hüttchen ist Teil des Zauns zwischen Camp und Park. Zusperren lässt sich die Hütte nicht, und das ist auch nicht nötig. Ein völlig anderes Gefühl nach den Sicherheitsmaßnahmen, die man in den Städten treffen muss. Wir buchen eine weitere Nachtpirsch und hoffen darauf, die Löwen zu sehen, die gerade noch in Campnähe gesichtet wurden. Leider ohne Erfolg. Wir sehen aber eine Hyäne, Büffel, den Hintern eines Breitmaulnashorns, eine wunderschöne Eule, Zebras und direkt auf der Straße vor uns zwei Giraffenhengste im Kampf. Der Kampf sieht gar fast zärtlich aus, sie schlagen die langen Hälse gegeneinander, aber manchmal brechen sie sich dabei sogar das Genick. Zu Abend essen wir am Buffet, sind aber gar nicht begeistert.

Hilltop CampEule

 

Donnerstag, 21.06.2007 – 105 km

Wir stehen früh auf und sehen uns durch uns von unserer Terrasse aus den Sonnenaufgang an. Dann machen wir uns zu einer Pirschfahrt vor dem Frühstück auf. Wir finden eine Zebraherde mit Fohlen direkt auf und am Weg. Die Streifentiere sind auch noch müde und gähnen uns an. Auch der Büffel, den wir finden, hat ein Kalb bei sich. In der Ferne sehen wir eine Giraffenherde.

Zebras Büffel Zebra
Nach dem Frühstück laufen wir zu Fuß auf einem Trail einmal rund um unser Camp. Wir nutzen jede Gelegenheit, um uns kurz die Beine zu vertreten. Die meiste Zeit sitzt man notgedrungen im Auto. Vormittags und nachmittags finden wir auf unseren Pirschfahrten einen Kampfadler, Impalas, Nyalas, Warzenschweinchen, Zebras, zwei Hyänen und viele Giraffen. Highlight ist heute jedoch ein Wasserloch mit über 50 Büffeln und 4 White Rhinos (Breitmaulnashörner), die trinken und sich im Schlamm wälzen. Auf den Tieren sitzen Vögel. Eine Büffeldame trägt einen ganzen Blumenstrauß im Ohr und sieht damit sehr witzig aus.

NashornBüffelNashörner
Nyala Hyäne

Freitag, 22.06.2007 – 316 km

Nach einer kurzen Morgenpirsch, auf der wir eine schöne Nyaladame und Perlhühner treffen, frühstücken wir im Camp. Von der Restaurantterrasse aus hat man einen tollen Rundumblick auf den Park. Dann machen wir uns auf den Weg Richtung Swaziland. Noch im Park treffen wir auf einen großen Elefantenbullen.


Station 8: Swaziland (Tag 13-14)

Zu Besuch im Königreich

Nach einiger Zeit erreichen wir den kleinen Grenzübergang Südafrika-Swaziland und schaffen es, die richtigen Papiere auszufüllen und bekommen unsere Stempel. Ob die Ziege, die unter der Grenzschranke durchmarschiert ist, auch einen Pass dabei hatte? Die Ziege war gleich die richtige Einstimmung für die Weiterfahrt. Die nächsten Stunden fahren wir durch Swaziland, vorbei an den traditionellen Rundhütten. Die Einwohner haben zwar kaum Geld, aber jede Familie hat eine eigene Hütte, sowie Land herum. Tiere und Garten reichen gerade zur Selbstversorgung. Auf der Straße begegnen uns mehr Tiere als im Nationalpark. Kühe, Esel, Ziegen, Hunde und Menschen wandern da gemütlich entlang oder von der einen zur anderen Seite. Der südliche Teil von Swaziland ist recht flach und die Fahrt ist ziemlich eintönig.

Nachmittags kommen wir im Mountain Inn in Mbabane an. Ein Hotel auf dem Berg mit Blick ins Tal. Wir freuen uns darauf, endlich mal im Pool baden zu können, denn heute ist es sehr heiß. Leider wird wieder nichts daraus. Zum einen springen Bauarbeiter neben dem Pool auf und ab, zum anderen sind wir auf 1300 m Höhe und dort ist es schon wieder kühler. So fahren wir in die Stadt und gehen auf den Markt. Die Verkäufer sind aber so aufdringlich und die Ware gefällt uns nicht, deshalb kaufen wir nichts. Wir laufen noch kurz durch die Stadt. Wir sind weit und breit die einzigen Weißen. Da unser Führer sagt, dass Swaziland eins der sichersten Länder Afrikas ist, fühlen wir uns sicher.

Im Hotel haben wir erstmals die Möglichkeit, Internet zu nutzen und essen dann zu Abend. Es gab Baby Chicken Peri Peri, sehr lecker, aber seeeehr scharf.

Samstag, 23.06.2007 – 203 km

Nach dem Frühstücksbuffet mit Blick auf den Pool und die Berge im Hintergrund brechen wir auf Richtung Krüger Nationalpark auf. Unterwegs halten wir am Handicraft Market in Motjane. Wir sind die einzigen Besucher und haben die Möglichkeit, in Ruhe durch die Ausstellungsräume zu laufen und die Handarbeiten aus Holz und Stein anzusehen. So kaufen wir hier am Ende 3 kleine Giraffen und eine Schale aus Holz sowie einen Elefanten, zwei Rhinos, drei Schildkröten, ein bemaltes Ei aus Stein und eine Kette.

Im nördlichen Swaziland wird die Landschaft interessanter, z.B. am Pigg’s Peak. In einem Waldgebiet machen wir eine Wanderung zum Wasserfall Phophonyane, der in einem privaten Reserve liegt. Es tut gut, sich mal die Füße zu vertreten. Am frühen Nachmittag erreichen wir die Grenze Swaziland-Südafrika.


Station 9: Krüger Nationalpark (Tag 14-19)

Auf der Suche nach den Big Five - "There HAS to be a leopard somewhere..."

Durch das Malelane Gate fahren wir in den Krüger Nationalpark. Dort stoßen wir wenige Meter nach dem Gate bereits auf eine große Elefantenherde, auf dem weiteren Weg zu unserem ersten Camp sehen wir viele Giraffen, unzählige Impalas, Warzenschweine, Büffel und unser erstes Streifengnu sowie „Zazu“, den Vogel aus König der Löwen. Bis wir im Camp Berg-en-Dal ankommen, sind wir schon ganz begeistert. Abends sehen wir im Freien einen Film über Flußlandschaften in Botswana und essen Cheeseburger mit Pommes aus der Caféteria. Im Restaurant gibt es nur Buffet und es ist kein einziger Gast dort.

Elfantenstau Elefantenbulle
Gnu Impalaherde
Impalabock GiraffenNyala

 

Sonntag, 24.06.2007 – 157 km

Wir frühstücken an der Bar in unserer Rundhütte. Anschließend laufen wir eine Runde auf dem Trail im Camp und fahren dann weiter Richtung Norden. Wir finden ein Wasserloch mit unseren ersten Nilpferden inklusive Babys. Wir sehen und hören sie vor allem. Der Leitbulle verteidigt sein Revier, grunzt laut und reißt das Maul weit auf. Außerdem sind Zebras, Wasserböcke und Warzenschweine beim Trinken. Am nächsten Wasserloch entdecken wir unser erstes Krokodil. Später treffen wir am Weg auf einen großen Hornraben, Impalas, Nyalas, Giraffen, ein Nashorn (zumindest sehen wir seinen Hintern).

NilpferdNilpferdeHornrabe
5 Minuten vor Torschließung kommen wir in unser nächstes Camp Skukuzza. Wir essen im Restaurant am mittelmäßigen Buffet. Das Camp liegt direkt am Sabie River, wir hören die Nilpferde grunzen und sehen im Baum mit der Taschenlampe eine Großfleckenginsterkatze. In der Nacht konnten wir kaum schlafen, weil die Hyänen so laut geheult haben.

Montag, 25.06.2007 – 194 km

Früh morgens fahren wir ohne allzu große Erwartungen los. Wir fahren in der Dämmerung zu einem nahe gelegenen Birdhide, denken wir sehen vielleicht ein paar schöne bunte Vögel oder auch gar nichts. Wir wissen, als wir aus dem Wagen steigen und durch den Gang zum Unterschlupf gehen, noch nicht, dass wir gleich unser Highlight des Urlaubs sehen werden: Dutzende Nilpferde, die im kalten Wasser schlafen und immer wieder dampfende Atemwolken ausstoßen. Es ist noch dämmrig und eine ganz mystische Stimmung. Um uns herum zwitschern die Vögel, als die Sonne hinter dem See aufgeht und sich Bäume und Nilpferde im Wasser spiegeln. Direkt vor uns hüpfen die Vögel über die Seerosen. Wir bleiben über eine Stunde sitzen und beobachten, wie die Nilpferde langsam erwachen und ihre Revierrufe mit denen einer für uns nicht sichtbaren Gruppe austauschen. Eigentlich hätte das Morgenerlebnis für einen Tag ohne weitere Highlights entschädigt, aber der ganze Tag ging einfach gut weiter. Hinter jeder Kurve finden wir weitere Tiere. Wir zählen an diesem Tag über 23 verschiedene Tierarten. Neben den „üblichen Verdächtigen“ sehen wir eine Grünmeerkatze, Ockerbuschhörnchen, ein Gnu, Blaustirnblatthühnchen, Gabelracken, Graureiher, Gelb-und Rotschnabeltokos, Helmperlhühner, einen Wiedehopf sowie zwei schöne große Sekretäre.

Sonnenaufgang mit dampfenden Nilpferden Dampfende Nilpferde
Blatthühnchen Vögel
Mittags sehen wir an der Straße zunächst unzählige Toyota-Tiere, ein sicherer Hinweis auf einen Löwen oder einen Leoparden. Eigentlich heißt es ja, die Hyänen führen einen zum Löwen, aber die Toyota-Tiere sind ein viel besseres Indiz. So halten wir neben den anderen Autos und sehen tatsächlich unsere erste Löwendame. Leider ist sie ziemlich weit weg und es reicht nur für ein Löwensuchbild, bis die Dame genervt von dannen schreitet.

Gelbschnabeltoko Dreiköpfige Giraffe Löwe
Mittags essen wir im Lower Sabie Camp, wo wir eigentlich gerne übernachtet hätten, wenn nicht alles ausgebucht gewesen wäre. Dabei blicken wir auf die Nilpferde und Krokodile im Sabie River zu unseren Füßen. Auf der Rückfahrt nach Skukuzza treffen wir erneut auf eine Toyota-Tierherde („there has to be a leopard somewhere…“). Zu Abend essen wir im äußerst coolen Eisenbahn-Restaurant, dem Selati Train Restaurant. Wir wagen uns an ein Krokodil als Vorspeise und essen einen Kudu am Spieß. Da die Bar so cool ist – in einem Eisenbahnwagon – bestellen wir einen Bailey’s und einen Gin Tonic. Das Ergebnis: Andrea erhält ein volles Glas Eiswürfel aufgefüllt mit Bells-Whiskey und Robert eine volles Glas Eiswürfel und eine Dose Tonic Water. Im Gegensatz zur Restaurantbedienung müssen die Barkeeper noch etwas üben.

Dienstag, 26.06.2007 – 167 km

Frühmorgens packen wir und fahren bereits um 6.30 Uhr los, da es im Camp nicts spannedes zu sehen gibt. Morgens sehen wir kaum große Tiere.

HaubenbartvogelBaum bei SonnenaufgangGraufischer
An einem Picknickplatz frühstücken wir in Begleitung vieler frecher Tokos und Glanzstare („Afrika sucht den Superglanzstar“). Später sehen wir in sicherer Entfernung auf der Wiese neben der Straße einen einzelnen ziemlich aufgebrachten Elefantenbullen. Er trampelt wild umher und brüllt in einer Tour. Wie wir später noch lernen sollten, braucht er dringend eine Dame, das sieht man daran, dass er permanent Wasser lässt und eine nasse Stelle zwischen Augen und Ohren hat. Vor dem Mittagspicknick im Satara Camp treffen wir auf viele Büffel. Am nächsten Wasserloch haben wir nochmals Glück uns sehen außer Nilpferden, Impalas und Krokodilen zwei weitere Löwen – leider wieder nur mit dem Fernglas.

Abends kommen wir im Olifants Camp an, und buchen gleich einen Morning Walk für den nächsten Tag. Das Camp ist sehr schön gelegen. Man hat einen herrlichen Panoramablick auf den Olifantsriver.

Panoramablick auf den Olifantsriver
So setzen wir uns auf eine Bank, trinken entspannt einen Sundowner und beobachten Nilpferde im Wasser, 2 Elefanten mit Baby, die zum Trinken kommen und durch den Fluss schreiten, durstige Zebras und unsere erste trinkende Giraffe, die ungewöhnlicher Weise alleine unterwegs ist. Sie braucht sehr, sehr lange, bis sie sich traut, die Knie einzuknicken, um in ungeschützter Position aus dem Fluss zu trinken. Abends essen wir am mittelmäßigen Buffet und gehen früh schlafen.


Mittwoch, 27.06.2007 – 120 km

Wir stehen um kurz vor 5 Uhr auf. Um 5:30 Uhr werden wir von zwei Rangern abgeholt. Wir sind die einzigen Teilnehmer und haben unseren privaten Morning Walk! Bei der Ausfahrt aus dem Camp sehen wir, dass bereits ein Idiot (alleine) eine Schlange am Tor bildet und am Auto frühstückt, damit er bei Toröffnung um 6 Uhr der erste ist, der in den Park fährt. Und das, wo man die meisten Tiere am Nachmittag sieht. Tja, wir sind aber mit unseren Rangern die ersten und fahren ca. eine halbe Stunde durch den dunklen Park. Die Ranger packen ihre Gewehre aus, steigen aus dem Jeep und lauschen und sehen erst lange in die Gegend, bis sie uns auch aussteigen lassen. Dann wandern wir mit einigem Herzklopfen los. Wir sollen absolut leise sein, in einigem Abstand hinter den beiden gehen und egal, welchem Tier wir begegnen, der wichtigste Grundsatz sei: „Don’t run! That makes situations difficult to control“. Wir sind im Zwiespalt, ob wir lieber Tiere (Löwen? Leoparden?) treffen wollen oder zu Fuß lieber doch nicht? Die Entscheidung wird uns schnell abgenommen, als der Ranger uns durch Handheben zum Stehenbleiben anhält. Es raschelt ziemlich laut an verschiedenen Stellen im Gebüsch. Wir sind nahe dort, können aber lange nicht erkennen, was es ist, es muss auf jeden Fall was großes sein. Und es sind tatsächlich zwei Elefantenbullen, die sich durch die Büsche fressen (sie fressen 20 Stunden am Tag). Kurze Zeit später entdecken wir den Rest der Herde, der den Berg hinaufwandert.

Elefant im GebüschAndrea und die bewaffneten Ranger beim Morningwalk
Die Tiere im Park sind alle an Autos gewöhnt, aber nicht an Menschen. So betrachtet uns auch eine Impalaherde äußerst ängstlich, während sie vor den Autos gar keine Furcht haben. Sie können uns riechen und ergreifen die Flucht. Ich denke, die Tiere wissen, dass Menschen mit Gewehren Jäger sind. Auf der weiteren Wanderung Richtung Olifants River treffen wir Paviane im Baum und einen großen Adler, der um sein Nest kreist. Wir wandern auf einem Hippotrail, dem Weg, auf dem die Nilpferde nachts das Wasser zum Grasen verlassen und an die 15 km wandern. Wir wissen, wie gefährlich es sein kann, wenn man auf dem Weg zwischen Nilpferd und Fluss steht und schauen voller Respekt auf ein einzelnes Nilpferd, das aus dem Gebüsch Richtung Fluss geht. Wir gehen auch Richtung Fluss und erkennen schon von weitem viele, viele Nilpferde. Als sie uns hören, werden sie nervös und laufen ins tiefere Wasser, wo sie sich sicherer fühlen. Wir gehen mit den Rangern an den Fluss direkt zu den Nilpferden und Krokodilen, setzen uns auf die Steine und trinken einen Frühstückstrunk. Die Tiere beobachten uns ganz genau.
Nilpferd auf dem Weg ins WasserNilpferde
Die Ranger erzählen uns einiges über den Busch, die Tiere, das Spurenlesen. So wissen wir nun, dass sich die Schulterhöhe eines Elefanten nach dem 2,5-fachen Umfang seines Fußabdruckes bemisst. Und wie wir am Kot das Geschlecht des Elefanten bestimmen können und andere nützliche Dinge. Nach einiger Zeit nehmen wir Abschied von den Hippos und kommen nach der Rückwanderung in der Morgensonne nach insgesamt 3 Stunden wieder ins Camp zurück.

Auf unserer Terrasse frühstücken wir labberiges Brot, bevor wir uns selbst wieder auf die geschützte Pirsch mit dem Auto machen. Die heutige Tour führt uns noch ein kleises bischen weiter nördlich zum Letaba Camp und dem Matambeni Dam.

Donnerstag, 28.06.2007 – 261 km

Wir frühstücken, packen und verlassen nach 110 km Abschlusspirsch den Krüger-Nationalpark durch das Orpen Gate. Leider sehen wir gar keine Tiere, nicht mal Impalas. Die Wiesen wurden erst kürzlich abgebrannt, kein Wunder, dass sich da keine Tiere aufhalten. Dafür werden wir kurz vor Ende des Parks noch durch einen Geier entschädigt, der an einem Wasserloch sitzt und um unser Auto kreist und sich als äußerst fotogen entpuppt.

GeierGeierGeier

Station 10: Blyde River Canyon (Tag 19-21)

Tiefe Schluchten im Canyon und Verwöhnprogramm in der Iketla Lodge

Nachdem wir bereits sehr viele Stunden auf Pirsch verbracht haben und alles außer dem Leoparden und Geparden gesehen haben, möchten wir früh in unserer letzten Unterkunft, der Iketla Lodge - 10 km außerhalb von Ohrigstadt, ankommen. Wir wissen, daß es dort gibt einen Pool gibt und wir wollen endlich in unserem Urlaub auch wenigstens einmal baden! Wir fahren über viele Pässe und bekommen schon einen ersten Eindruck vom Blyde River Canyon. Als wir in der Iketla Lodge ankommen, stockt uns der Atem vor Begeisterung. Die Lodge ist ganz abgelegen und wunderschön. Wir werden mit einem Begrüßungsdrink sehr freundlich empfangen und in unser eigenes Häuschen gebracht, ein schönes Steinhaus mit Steindusche innen und auch außen. Mit freiem Blick auf das Tal und die Berge, den wir gleich bei einem Nachmittagstee genießen. Dann ziehen wir schnell unsere Badesachen an und gehen zum Pool, solange die Sonne noch scheint. Wir werden mit den Worten „Are you crazy? It’s winter!“ empfangen. Ja, der Pool ist nicht beheizt und das Wasser ist s..kalt! Wir hüpfen trotzdem rein, bevor unsere Muskeln einfrieren, gehen wir aber ganz schnell wieder raus. Später laufen wir den halbstündigen „grünen Wanderweg“, um uns die Beine nach der vielen Fahrerei zu vertreten.

Nachmittagstee vor unserer HütteDie schöne Iketla Lodge und der eiskalte Pool
Abends sitzen wir in der Lodge mit einem Aperitif und Knabbereien vor dem knisternden Kaminfeuer und lesen „When Hippo was hairy and Other Tales from Africa“ von Nick Greaves. Neben uns schnarcht der Haushund. Zu Abend essen wir u.a. perfekt gegrillte Steaks. Wir sind neben einer Familie die einzigen Gäste und werden sehr verwöhnt. Nach dem Essen liegen Wärmflaschen im Bett und die Decken sind zurückgeschlagen.

Freitag, 29.06.2007 – 205 km

Nach dem tollen Frühstück in unserer Lodge machen wir uns mit dem Auto auf zur Panoramaroute entlang des Blyde River Canyons, dem drittgrößten Canyon der Welt.

Blyde River Canyon
An allen Plätzen, an denen die Touristen halten, wird auch Handarbeit verkauft und wir können nicht umhin, doch noch eine schöne große Holzgiraffe zu kaufen. Wie wir finden, die allerschönste von allen. Die Qualität der Ware ist hier viel besser als in Swaziland, schade, dass wir die anderen Sachen dort schon alle gekauft haben. Wir haben keine Lust mehr, die ganz große Runde zu fahren, und wollen uns lieber noch eine wenig bei unserer schönen Lodge aufhalten und entspannen. Wir legen uns kurz an den Pool (rein gehen wir da nicht mehr!) und wandern dann auf der „gelben Route“. Ein eineinhalbstündiger Wanderweg durch Berg und Tal um unsere Lodge herum. Wir treffen Nyalas, Warzenschweine und Paviane. Wie wir meinen, alle Tiere, die sich dort aufhalten. Als wir abends erzählen, dass wir „alle“ Tiere getroffen haben, werden wir gleich gefragt, ob wir auch den Leoparden mit den zwei Babys gesehen haben, die der Nachbar an dem Tag auf dem Weg gesehen hat. Wo wir doch so gerne einen Leoparden gesehen hätten, sind wir uns nicht ganz sicher, ob wir ihn gerne beim Spazierengehen getroffen hätten. Aber die Tiere sind wohl sehr scheu und laufen gleich weg. Auf dem Weg zum Abendessen und nachdem wir alle Gefahren der Wildnis überwunden haben, knickt Andrea auf den Stufen der Steinterrasse um und zieht sich einen Kapselriss am Knöchel zu. Während des tollen Abendessens bringt ein großer Eisbeutel Schmerzlinderung und die anderen Gäste, die inzwischen eingetroffen sind, bringen Ablenkung. Wir essen alle gemeinsam mit den Hausherren an einer großen Tafel im Kerzenschein u.a. ein Kudugericht und hören interessante Geschichten über Afrika und die Tierwelt.

PotholesHandarbeit am Straßenrand Auf der gelben Wanderroute an der Lodge

o Samstag, 30.06.2007 – 370 km

Nach dem leckeren Frühstück packen wir unsere inzwischen mehr als sieben Sachen zusammen und legen uns noch die letzten Stunden vor Abreise in den schönen Garten an den Pool.


Station 11: Rückreise über Johannesburg (Tag 21)

Auf dem Weg nach Hause

Gegen 11 Uhr müssen wir los Richtung Johannesburg, wo abends gegen 19 Uhr unser Rückflug wartet. Auf dem Weg bauchen wir nochmals Bargeld zum Tanken. Wir probieren es zierst im nächsten Ort Lydenburg. Leider wurde hier der Geldautomat in die Luft gesprengt, was nicht zu übersehen ist. Nach zwei weiteren nicht funktionierenden Automaten haben wir in dem kleinen Ort Dullstroom schließlich Erfolg. Dort essen wir Pfannkuchen zu Mittag, die uns wärmstens empfohlen worden waren, uns jedoch überhaupt gar nicht schmecken. Nach drei weiteren Fahrstunden kommen wir sicher in Johannesburg am Flughafen an. Am Flughafen suchen wir für das restliche Geld eine Stunde lang die richtigen Weine aus, um dann an der Kasse zu erfahren, dass wir nach München wegen der Flüssigkeitsbeschränkung auf 100ml auch keinen Wein aus dem Duty Free Shop mitnehmen dürfen. Na super. So fliegen wir mit übrigen Randscheinen und unserer großen Giraffe im Handgepäck von Johannesburg nach Frankfurt (schlechtes Essen, schlechtes Entertainmentprogramm, Wasser mit Chlorgeschmack) und von dort nach intensivsten Sicherheitschecks weiter nach München. Mit Andreas Humpelfuß und dem vielen Gepäck eine etwas mühselige Angelegenheit, aber schließlich kommen wir am Sonntagmorgen endlich wieder in München an.


Text und Bilder: Andrea Wandl&Robert Weilguni

Besucher

zurück zur Startseite